Tafel 39
Tafel vorlesen lassenEine Lehre der Bekennenden Kirche: Aktion Sühnezeichen – Frieden durch Versöhnung (Katalog 40)

Aktion Sühnezeichen in der DDR

1962 wurde in der DDR zu ersten Arbeitseinsätzen der Aktion Sühnezeichen eingeladen. Zwei Gruppen der Aktion arbeiteten in Magdeburg jeweils vierzehn Tage. Sie begannen in der stark zerstörten Stadt, drei Kirchen für den Wiederaufbau vorzubereiten. Zu dieser Arbeit trafen sich Christen beider Konfessionen. Gemeinsam räumten sie die Trümmer des Krieges beiseite, in Magdeburg begann damit der ökumenische Weg unserer Aktion.

Frieden lässt sich nicht herbeirüsten. Frieden setzt Versöhnung voraus und das heißt weltlich gesprochen: Verhandlungen, Vereinbarungen, getragen von der Absicht, gemeinsam, also miteinander leben und überleben wollen. (1986) Die deutsche Luftwaffe bombardierte 1940 die englische Stadt Coventry. Am 13. Februar 1945 wurde die deutsche Stadt Dresden von anglo-amerikanischen Bombern zerstört. Als Antwort auf den Dienst der Aktion Sühnezeichen in Coventry (1961/62) kamen 1965 junge Engländer nach Dresden, um gemeinsam mit Teilnehmern von Aktion Sühnezeichen einen Teil des zerstörten Diakonissenkrankenhauses wieder aufzubauen. Heute besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Coventry und Dresden.

Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste

Wir haben den Namen erweitert, weil so auf den ersten Blick deutlich wird, was wir erreichen wollen: nicht etwa nur Sühne als einen Selbstzweck, sondern auch bescheidenen, zeichenhaften Dienst die Überwindung von Schuld, Hass, Vorurteilen und anderen Quellen des Unfriedens, das heißt Friede, Schalom … (1968)

Ich lese in der Zeitung,
daß die Mörder von Mord
und Totschlag nichts gewußt,
(Meine Schwester nähte
damals ihren Puppen gelbe
Flicken auf die Brust.)

Volker von Törne

In der Bundesrepublik kann der Sühnezeichen-Auftrag durch die Organisation internationaler Freiwilligendienste umgesetzt werden.

In der Bundesrepublik kann der Sühnezeichen-Auftrag durch die Organisation internationaler Freiwilligendienste umgesetzt werden. Hinzu kommen die Organisation von Gruppenreisen in die Volksrepublik Polen und die UdSSR; die Recherchen, Publikationen und Aktivitäten gegen Rechtsextremismus, Revanchismus und Berufsverbote; der Aufruf und das Engagement zur bundesweiten Friedenswoche seit 1980; Koordination regionaler Gedenkstättenarbeit; tausende Patenschaften für Freiwillige im Dienst durch Kirchengemeinden und Kommunen.

 

Aus Norwegen bekommt Präses Dr. Kreyssig 1959 einen Brief, in dem die Arbeit von Sühnezeichen deutlich wird: Die Aktion sei nicht nur hier, um den Norwegern Präzision und Organisationstalente zu zeigen. Es gelte auch nicht der einzelne Mann oder die Tüchtigkeit eines Volkes, aber dass man Gelegenheit bekommt, die Blutspur aus dem Herzen wegzuwischen.

"Diesen jungen Menschen von Aktion Sühnezeichen hat Auschwitz den Mund geöffnet … Auschwitz ist für sie also weder Schweigen noch Ende einer Fahrt. Auschwitz ist der Beginn eines Weges und der Stimme, die in die Zukunft führt ..."

Jerzy Plórkowski in der Monatszeitschrift POLEN 1/1968

Die Geschichte zwischen Christen, Juden und Deutschen, ist gekennzeichnet durch jahrhundertealte Vorurteile und Hass, der – zum Rassenwahn gesteigert – zur Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden durch deutsche führte. Das ist Grund und Anlass für die Sühnearbeit in Israel seit 1961. Eine Gruppe der Aktion Sühnezeichen in der Gedenkstätte Chatyn.

Die Geschichte zwischen Christen, Juden und Deutschen, ist gekennzeichnet durch jahrhundertealte Vorurteile und Hass, der – zum Rassenwahn gesteigert – zur Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden durch Deutsche führte. Das ist Grund und Anlass für die Sühnearbeit in Israel seit 1961.

Eine Gruppe der Aktion Sühnezeichen in der Gedenkstätte Chatyn. Bis zum 22. März 1943 war Chatyn ein kleines Dorf in der Sowjetunion. Am Morgen dieses Frühlingstages umstellen SS-Leute das Dorf, treiben die Bewohner in eine Scheune – zünden Scheune und Dorf an: 149 Menschen sterben. Dieser Ort ist symbolische Mahn- und Gedenkstätte für 434 sowjetische Dörfer, die durch die Nazis für immer von der Landkarte verschwanden.
Daran will die Aktion Sühnezeichen erinnern.

"... Was Menschen und Völker einander an Leid zufügen, verwischt sich schnell, wenn neue Probleme und Gefahren ihnen eine Gemeinsamkeit aufzwingen. Aber solches Vergessen hat nichts mit Vergebung zu tun, und der Christ weiß, dass unter Völkern wie unter Menschen ohne Vergebung kein tragfähiges Miteinander verwirklicht werden kann. Deshalb muss ihm daran gelegen sein, hier ein Zeichen aufzurichten, Halt zu gebieten denen, die da meinen, unser deutsches Volk könne über seinen eigenen Schatten springen ..."

Dr. med. Hans Graf von Lehndorff, 1962

Mitarbeit bei der Pflege des Jüdischen Friedhofs Oranienburg. Seit Jahren arbeiten wir auf Jüdischen Friedhöfen. Juden nennen ihren Friedhof den „guten Ort“, den es zu erhalten gilt.

Mitarbeit bei der Pflege des Jüdischen Friedhofs Oranienburg. Seit Jahren arbeiten sie auf Jüdischen Friedhöfen. Juden nennen ihren Friedhof den "guten Ort", den es zu erhalten gilt.

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