Tafel vorlesen lassenTafel 1 Niemöller vom U-Boot zur Kanzel (Katalog 5)

Martin Niemöller Martin Niemöller als U-Boot Kommandant

Martin Niemöller

Martin Niemöller als U-Boot Kommandant mit seiner Manschaft.

Martin Niemöllers Lebensweg bis 1931

1892

Am 14.1. wird Martin Niemöller in Lippstadt geboren. Das lutherische Pfarrer-Elternhaus prägt ihn nachhaltig.

1900

Die Eltern ziehen nach Elberfeld um. In der Pubertät, "der Zeit der inneren Rebellion", ist das "Konfirmationsgelübde", "sich treu zur Predigt und zu Gottes Wort zu halten", für Niemöller ein großer Halt.

1910

Niemöller legt das Abitur am Elberfelder Gymnasium mit Auszeichnung ab. Der Eintritt in die kaiserliche Marine als Seekadett ist für ihn Erfüllung eines Jugendtraums.

1915

Niemöller, inzwischen Leutnant zur See, meldet sich freiwillig zur U-Boot Abteilung. Er ist froh, nun endlich an die Front zu kommen.

1916/1917

Niemöller nimmt an mehreren U-Boot-Einsätzen im Mittelmeer teil. Er verlobt sich mit der Philosophiestudentin Else Bremer.

1918

Die Marineleitung beruft Niemöller zum Kommandanten auf UC-67. Im Oktober ergeht der Befehl an alle deutschen Kriegsschiffe: zurück nach Deutschland. U-67 läuft gemeinsam mit anderen U-Booten trotz Kriegsende mit aufgezogener Flagge in Kiel ein. Niemöller kommt sich dort wegen der "Revolutionspsychose" und des "Gesinnungswandels" wie ein Fremder vor. Er vermisst einen Kristallisationspunkt, wo sich national denkende Männer zusammenfinden können.

"In diesen Tagen brandeten die Wellen der Revolutionspsychose gegen uns an: es mußten auf jedem Boot Vertrauensleute zum Soldatenrat gewählt werden, und mit einem Mal war es wie eine Epidemie: fast ohne Ausnahme wurden die minderwertigsten Leute oder die lautesten Schreier dazu genommen. Eins war mir vom ersten Augenblick an deutlich, daß mich von dieser Revolution und ihren offenen und versteckten Drahtziehern eine Welt schied und in alle Zukunft scheiden würde."

1919

Ein Befehl, deutsche U-Boote als Reparationsleistung nach England zu bringen, verletzt Niemöllers "Gefühl für Ehre und Wahrhaftigkeit". Er widersetzt sich diesem Befehl und verlässt am 1.4. die Marine, da er dem neuen Staat nicht als Soldat zu dienen vermag. Am 20.7. heiratet er seine Verlobte Else Bremer. Mit dem Gedanken, einen eigenen Bauernhof zu erwerben, tritt Niemöller im Mai eine Lehrstelle auf einem Hof nahe bei Osnabrück an. Die Inflation zehrt das Vermögen auf, sodass Niemöller diesen Plan aufgeben muss. In diesen Tagen kommt er zufällig mit dem dortigen Pfarrer ins Gespräch und entschließt sich danach, Pfarrer zu werden.
Am 3.10. beginnt er das Theologiestudium in Münster.

Familie Niemöller Martin Niemöllers Arbeitszimmer

vorn: Jutta, Jan und Hertha,
mitte: Jochen, Hermann
hinten: Martin Niemöller

Arbeitszimmer von Martin Niemöller in Dahlem

Elsa und Martin Niemöller

Else und Martin Niemöller

1920

Im Ruhrkampf meldet sich Niemöller freiwillig zur "Akademischen Wehr", die gegen die aufständischen Arbeiter eingesetzt wurde. Zu Ostern wird Niemöllers erste Tochter Brigitte geboren.

"Diesen Kampf auf deutschem Boden, wobei Deutsche gegen Deutsche standen, hatte aufs neue die tiefe Not offenbart, die seit Kriegsende als Last auf unserem Volke lag. Es fehlte an Führung, es fehlte an einem großen Ziel, es fehlte vor allem an den inneren und sittlichen Voraussetzungen für ein echtes völkisches Wollen und Handeln."

"Überall, wohin wir jetzt kamen, wurden wir als Befreier aus der Hölle des Bolschewismus begrüßt; und schlimm genug hatten die Spartakisten gehaust. Nur wenige waren zu fassen; diese Leute liefen längst wieder als harmlose Zivilisten herum."

1923

Am 11.4. macht Niemöller das Examen und beginnt seine Vikarstätigkeit in Münster. Seit dem 1.12. ist Niemöller bei der Inneren Mission. Westfalen angestellt und wird 1924 deren Geschäftsführer.

1924

Am 29.6. wird Niemöller ordiniert.

1924/1931

Niemöller bearbeitet bei der Inneren Mission sämtliche Aufgaben der Wohlfahrtspflege und gewinnt praktische und organisatorische Kenntnisse, die ihm später bei seiner Aktivität in der Bekennenden Kirche zugutekommen.

1929

Niemöller regt eine stärkere Beteiligung der Evangelischen Kirche in der Kommunalpolitik an und wird selbst Ende November Stadtverordneter und Fraktionsführer der Evangelischen Vereinigung im Stadtparlament von Münster. Zahlreiche Dienstreisen und Vorträge sowie die Ausbildung geeigneter Mitarbeiter überschritten zwar das Aufgabengebiet eines Geschäftsführers der Inneren Mission, wurden von Niemöller jedoch ebenfalls bewältigt.

1931

Am 1.7. übernimmt Niemöller die dritte Pfarrstelle der stark wachsenden Gemeinde Berlin-Dahlem.

Tafel Niemöllerhaus

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